Frau und Kinder in Tracht

Ursprung im 15. Jahrhundert

Die Geschichte der Bregenzerwälder Frauentracht mit ihrem plissierten Rock, dem bestickten Miedereinsatz, den vielfältigen Ärmeln und Kopfbedeckungen reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Juppe war in ihrer ursprünglichen Form aus Rohleinen gefertigt und hatte durch mehrmaliges Waschen die Farbe weiß. Diese Form wurde bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts getragen. Dann folgte eine Zeit von ca. 150 Jahren, in der die Juppe braun gefärbt war. Der Einfluss der spanischen Mode führte zu schwarzen Juppen. Heutige Juppen sind meist aus Triviera gefertigt. Das Erscheinungsbild der Juppe hat sich über die Jahrhunderte hinweg kaum verändert. Und sie fasziniert nach wie vor mit ihrer zeitlosen Eleganz.

Verschiedene Juppen in Schaukästen

Sage von der "Schwedenjuppe"

Die "Schwedenjuppe" gilt der Sage nach als die ursprüngliche Juppe. Wehrhafte Bregenzerwälderinnen sollen Ende des Dreißigjähriges Krieges (1647) in der später benannten Schlacht "an der Roten Egg" in weißen Juppen feindliche Schweden vertrieben haben. Anscheinend hielten die Gegner die weiß gekleideten Frauen für himmlische Wesen. Den Frauen erschien die erfolgreiche Vertreibung im Nachhinein als göttliches Wunder und die gelobten, "zum Danke die weißen Kleider abzulegen und gegen dunklere umzutauschen". Die Sage verweist vermutlich auf die naturfarbenen Gewänder der Bregenzerwälderinnen, Vorläufer der weißen Baumwolljuppe.