Frau und Kinder in Tracht
Die Juppe. Eine der ältesten und wertvollsten Trachten Europas

Mit "Juppe" bezeichnen die BregenzerwälderInnen nicht nur ihre Frauentracht mit all ihren Accessoires, sondern auch deren Hauptbestandteil, einen knöchellangen, in Falten gelegten Rock mit kurzem Mieder. Ihre Entstehung geht auf das Frühmittelalter zurück, als man Schnürmieder noch nicht kannte. Das ursprüngliche bäuerliche Gewand war aus Rohleinen gefertigt. Unter dem Einfluss der Spanischen Mode, die sich in weiten Teilen Europas verbreitete, wurde schwarze Kleidung getragen. Die Juppe ist es in ihrer elegantesten Variante bis heute geblieben und wird in der Juppenwerkstatt noch immer aus Leinen hergestellt.

Verschiedene Juppen in Schaukästen
Die weiße Juppe und die „Schlacht an der roten Egg“

Die Sage von der "Schlacht an der roten Egg" war im 19. Jahrhundert sehr beliebt. Sie führt uns zurück in das Finale des Dreißigjährigen Krieges. Damals soll es wehrhaften Bregenzerwälderinnen in weißen Juppen gelungen sein, einfallende schwedische Marodeure bis auf den letzten Mann zu erschlagen. Diese hätten in den Frauen weiße Engel gesehen und aus Angst Schwäche gezeigt. Das hielten selbst die Wälderinnen für ein großes göttliches Wunder und gelobten, fortan schwarze Kleider zu tragen. Die weiße Juppe ist eine Erfindung des Historismus und basiert auf der sagenumwobenen Überlieferung jener legendären Schlacht an der roten Egg. Sie war 1871 anlässlich eines Festumzugs vermutlich erstmals zu sehen.