Sonderausstellungen 2017

bewahren und erneuern. Bregenzerwälder Frauen- und Männertrachten
1. Mai bis 31. Oktober 2017

Trachtentragen ist im Bregenzerwald Teil einer authentischen Gegenwartskultur. Die Juppe ist eine der ältesten und wertvollsten Frauentrachten im Alpenraum. Für die Wälderinnen ist sie Teil ihrer Identität. Aus dem Alltag ist ihr traditionelles Gewand aber längst verschwunden. Die in den frühen 1950er Jahren angestellten Bemühungen, eine für den Werktag geeignete Tracht einzuführen, scheiterte an der Nachfrage.

Heute steht den Frauen und Mädchen neben der Juppe die Kauffmann-Tracht zur Verfügung, die Martina Mätzler 2002 für den Musikverein Reuthe kreiert hat. Sie ist aus der Idee entstanden, eine Tracht zu schaffen, die zugleich funktional ist, aber auch Elemente der historisch gewachsenen, regionaltypischen Bekleidung aufweist. Seither haben sich die Musikvereine von Mellau, Schoppernau, Riefensberg, Sibratsgfäll und Krumbach sowie unzählige Private für deren Anschaffung entschieden.

Männer tragen im Bregenzerwald schon lange keine historischen Trachten mehr. Die Saisonarbeit sowie der Militärdienst haben früh dazu beigetragen, sich andernorts vorgefundenen Bekleidungsgewohnheiten anzupassen, wurde doch so ein "Trachtenmann" schräg angeschaut, "als einer, der 10 Stunden hinter dem Wald zuhause ist", wie Notker Curti geschrieben hat. Dass der Musikverein Egg in den Jahren um die Jahrhundertwende Tracht trug, hatte sowohl mit heimatpflegerischen als auch wirtschaftlichen Belangen hinsichtlich ihres Vermarktungspotenzials zu tun. Die heute existierenden Vereinstrachten der Bregenzerwälder Musikvereine sind alle erneuerte Trachten. Die Bürgermusik Bezau hat bereits 1928 den Anfang gemacht. Mit dem gegenwärtigen Trachtenboom steigt auch außerhalb der Vereine das Interesse an qualitätsvollen erneuerten Männertrachten.

Stoffliches. Albrecht Zauner Skulpturen und Zeichnungen
Eröffnung: Sonntag, 18. Juni 2017, 11 Uhr
19. Juni bis 31. Oktober 2017

1962 geboren in Lindau
1982 Kunstschule Stuttgart
1983 Handwerk gelernt bei Troy in Hörbranz
1983 Akademie Wien, Klasse Joannis Avramidis
1986 Theodor Körner Preisseit
1984 Ausstellungenseit
1989 freischaffendlebt und arbeitet in Lustenau

Unübersehbar steht Zauners "Windhauch" vor einem Hohenemser Einkaufszentrum in der Lustenauer Straße - eine Bildhauerarbeit aus Laaser Marmor. Ihre Bewegung ist verhalten, die Form geschlossen, vergleichbar einer Bregenzerwälder Trachtenträgerin. Die Figur steht in einer Reihe von zeichnerischen und skulpturalen Abstraktionen menschlicher Körper, denen Tänzerisches innewohnt. Das Wesentliche sei aber etwas, sagt Zauner, "das mit Worten nicht zu beschreiben ist". Dem Unaussprechlichen im "Stofflichen" zu begegnen, darf als Einladung gesehen werden, den Kunstraum über das Geschaute hinweg zu erweitern.

Gustav Schörghofer beschreibt Zauners Skulpturen als "atmende Gebilde", die sich der Schwere des Steins entziehen. Ihre Haut ist glatt, rau oder in unzählige Falten "gelegt", die der Meißel tief eingegraben hat. In Riefensberg bespielen die Objekte auch den Außenraum der Juppenwerkstatt, wo im Spätfrühling die Stoffe zur Trocknung ausgelegt werden, und treten in Dialog mit dem Standort ...