• Färbekessel
  • Glästmaschine
Der Stoff, aus dem die Juppe ist

Die durch ihre Eleganz und Schlichtheit bestechende Tracht der Bregenzerwälderinnen, die Juppe, wird aus schwarzer Glanzleinwand hergestellt.

Um die charakteristische, stark glänzende Oberfläche und die steife Elastizität des Juppenrockes zu erlangen, muss das gefärbte Gewebe appretiert (geleimt) und gefältelt werden. Der Leim wird in der Werkstatt nach alten Rezepturen zubereitet.

Der geleimte Juppenstoff wird in der historischen Glästmaschine glänzend gemacht. Die Farbe nimmt an Leuchtkraft zu, das schwarze Leinen wird kostbar.

Ein Juppenstoff von 480 cm Umfang wird in rund 500 Falten gelegt. Das händische Fälteln eines Juppenrockes dauerte einen ganzen Tag. Um 1900 konstruierten Bregenzerwälder Handwerker eine Fältelmaschine nach dem Vorbild französischer Plissiermaschinen. Das mühevolle Handfälteln des Juppenstoffes wurde Geschichte.

Plissierter Juppenstoff und Gürtel
Jede Juppe ist ein Unikat

Der fertig gefältelte Juppenrock wird der Trägerin angepasst und mit dem Mieder verbunden. Die einzelnen Teile des historischen und immer noch in der Festtagskultur getragenen Gewandes müssen von der Trägerin individuell bei den einzelnen Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern in Auftrag gegeben werden.

Die kostbaren und schmückenden "Bändel" / "Schnürle" und "Keadera" für das Mieder und er "Bleatz" / "Latz" (Fürtuch) werden individuell bestickt und geknüpft. Ärmel, Unterrock, Gürtel und die verschiedenen Kopfbedeckungen vervollständigen die Tracht.